Zwangsarbeit und KZ-Haft in Magdeburg – eine Ausstellung im Stadtteilladen vom 28. Juni bis 4. Juli

Die planmäßige Ausbeutung und die Vernichtung von Menschen im Nationalsozialismus werden gemeinhin mit Betrieben wie den IG Farben oder mit bekannten Konzentrationslagern wie Auschwitz und Buchenwald verbunden. Doch fanden Zwangsarbeit und KZ-Haft überall in Deutschland statt. Insgesamt existierten über 1.200 KZ-Außenlager in der Nähe kriegswirtschaftlich wichtiger Unternehmen sowie tausende weiterer Lager und Unterkünfte für Zwangsarbeiter*innen bei fast allen kommunalen, staatlichen und privatwirtschaftlichen Betrieben. So wurden auch in Magdeburg Menschen zur Arbeit in der Kriegswirtschaft gezwungen. Das Rüstungszentrum an der Elbe war für tausende Zwangsarbeiter*innen, Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge ein Synonym für unendliches Leid und Tod.

Junge Menschen aus Magdeburg und Umgebung wollten die Orte der Grausamkeiten in der Stadt mit Adressen benennen und den Opfern ein Gesicht geben. Deshalb haben sie in Archiven geforscht, Zeitzeug*innen befragt und Fotos gemacht. Entstanden ist daraus die Ausstellung „Zwangsarbeit und KZ-Haft in Magdeburg“, in der 111 Orte in Magdeburg belegt sind, an denen Zwangsarbeiter*innen, Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge leiden mussten. Einzelne Lager werden beispielhaft vorgestellt und ihre Rolle für die Stadt und das System des NS-Vernichtungsapparates aufgezeigt. Dabei kommen auch schmerzliche und verdrängte Wahrheiten für Teile der Magdeburger Bevölkerung an das Tageslicht.

Vom 28. Juni bis 4. Juli im Stadtteilladen „Mitmischen“ (Maxim-Gorki-Straße 40) zu den Öffnungszeiten!

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